15.08.2017 - Arbeitszeitmanagement – Flexibel ist noch lange nicht effizient!

Von der Arbeitszeitbedarfsermittlung zum individuellen Arbeitszeitmodell

Die Arbeitszeit stellt die Grundlage jedes wirtschaftlichen Handelns dar. Egal ob Produktion oder Dienstleistung, jeder Wertschöpfungsprozess lässt sich vollständig auf die eingesetzte Arbeitszeit zurückführen.

Auch wenn beispielsweise die Gewerkschaft IG Metall erklärt „Deutschland kann international bei der Handyfertigung mithalten - der Anteil der Personalkosten an den Produktionskosten liegt unter 5%“, trifft die obige Aussage zu. Der Preis für die durchschnittlich 250 mg Silber und 24 mg Gold, die zur Produktion eines Mobiltelefons benötigt werden, bestimmt sich aus der zur Herstellung der Metalle eingesetzten Arbeitszeit. Auch der Preis für die dazu erforderlichen 150.000 Liter Wasser pro Stunde sowie die beim Betrieb einer Goldmine eingesetzten Chemikalien bestimmen sich über die Arbeitszeit, die für die Bereitstellung dieser Ressourcen erforderlich war, und so weiter und so fort.

Jede Handelsbeziehung beruht somit letztlich auf dem An- und Verkauf (Handel) von Arbeitszeit, deren Preis, deren Verfügbarkeit sowie der darin enthaltenen Befähigungen. Auch wenn der Begriff des Arbeitgebers anderes vermuten lässt, ist damit der Ankäufer von Arbeitszeit gemeint, der den Lieferanten (Arbeitnehmer) für die Bereitstellung der Arbeitszeit entlohnt.

Mit der Analogie zu einer „üblichen“ Handelsbeziehung lassen sich Wirkungs-zusammenhänge definieren und verstehen. Denn obwohl die Arbeitszeit sowie der Handel mit ihr die Grundlage für Industrialisierung und Fortschritt darstellt, werden die damit verbundenen Themenkomplexe wissenschaftlich eher stiefmütterlich behandelt. Dies mag daran liegen, dass Zeit immateriell ist und dennoch über eine Form verfügt, was offensichtlich Schwierigkeiten sowohl bei der Abgrenzung von Begriffen als auch bei der Bewertung verursacht.

Dies offenbart sich bereits bei den zeitlichen Dimensionen, in denen Arbeitszeit gehandelt wird: Der Arbeitgeber vereinbart die Abnahmemenge an Arbeitszeit auf wöchentlicher Basis (Wochenarbeitszeit), bezahlt diese in der Regel auf monatlicher Basis (verstetigtes Monatsgehalt) und gewährt bezahlte Lieferminderungen auf jährlicher Basis (Jahresurlaubsanspruch), wohingegen die Planung der Lieferleistung auf Tagesbasis erfolgt (Schichtdienste).

Die Komplexität wie auch die Bedeutung der Arbeitszeit verlangen nach einer systematischen, den Anforderungen gerecht werdenden Aufbereitung der Problemstellung. Leider ist das Thema trotz seiner hohen Relevanz bisher in Theorie und Praxis nicht hinreichend untersucht worden.

Lesen Sie mehr in dem Gastbeitrag von Hans Romeiser, Geschäftsführer der ROUNT GmbH.

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